
Aktuelles aus der GPO
Die GPO Bayern ist in tiefer Trauer und nimmt Abschied von ihrem 1. Vorsitzenden Friedrich Renner, der am 9. Oktober 2026 nach schwerer Krankheit verstorben ist.
Als waschechter Merkendorfer wuchs Fritz „in der schönen kleinen Stadt“ auf und ging in Triesdorf zur Lehre. Nach einem beruflichen Aufenthalt in Nürnberg und der Weiterqualifizierung zum Gärtnermeister in Veitshöchheim kehrte er nach Triesdorf zurück. Dort war er bis zu seinem Renteneintritt im Jahr 2013 als Anlagengärtner für die Landwirtschaftlichen Lehranstalten tätig.
Pomologie war wahrscheinlich das Bestimmende und die Konstante in seinem Leben. Als Gärtnermeister entwickelte er maßgeblich den Obstbestand in den Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf. Über Jahrzehnte konnte er dort wirken und seine Spuren hinterlassen. Zahlreiche alte Obstsorten, oft schon völlig vergessen, wurden von ihm wiederentdeckt, gesammelt, beschrieben und weiter vermehrt. Damit legte er unter anderem den Grundstein für das heutige Pomoretum in Triesdorf.
Dank Renners „regelrechter Sammelwut, die ihn kreuz und quer durchs fränkische Land“, durch Deutschland und die Nachbarländer führte, verfügt der Bezirk Mittelfranken in Triesdorf „über einen einzigartigen Schatz von mehr als 1200 Obstsorten“. Diese Sorten konnte er dort permanent kultivieren, beobachten und bewerten. Sie sind ein wichtiger Grundstein der heutigen „Genbank Obst“ mit verschiedenen Standorten in Deutschland. Gleichzeitig baute er seine private Sammlung auf, die letztendlich sogar noch als umfangreicher gelten kann. Jede Sorte war ihm wichtig und wert erhalten zu werden.
Seine Abende verbrachte er zumeist auch der Pomologie gewidmet. In detektivischer Kleinarbeit arbeitet er tausende von historischen Büchern und Zeitschriften auf. Immer auf den Spuren der alten oder verschollenen Sorten.
Für sein Wirken wurde er unter anderem mit dem Oberdieckpreis des deutschen Pomologenvereins ausgezeichnet, dessen Gründungsmitglied er ebenfalls war und er erhielt die Ehrennadel sowie den Ehrenbrief des Bezirks Mittelfranken.
Seine Passion und seine Leidenschaft machten Fritz Renner zu einem absoluten Fachmann weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Ob Kartierungen, Obstausstellungen oder Sortenbestimmungen anstanden, Fritz war immer an vorderster Front. Einfach gekleidet, mit Manchesterhose Hemd und Weste. So kannte man ihn aus der Zeitung. Dabei ging es ihm nie um Ruhm für ihn selbst, sondern um die fachliche Arbeit. Fritz hat 2004 mit einer Gruppe Gleichgesinnter die Gesellschaft für Pomologie und Obstsortenerhaltung in Bayern ins Leben gerufen. Ein Verein der sich dem Erhalt und der Kultivierung alter Obstsorten verschrieben hat.
Er stand für die Überzeugung, dass der Erhalt unserer Obstsorten ein wertvoller Beitrag zur Bewahrung unserer Natur, unserer Geschichte und unseres kulturellen Erbes ist. Seit 2004 war er nicht nur der Vorsitzende, sondern auch das Sprachrohr und das Gesicht des Vereins.
Fritz war die Kapazität in Bayern und nicht nur national, sondern auch international hochgeschätzt.
Lieber Fritz, wir danken Dir für Dein Engagement, Deinen Einsatz für die Pomologie und unseren Verein. Wir werden dich vermissen und wir werden Dir ein ehrendes Andenken bewahren.

